Altersgerechte und moderne Wohnungen in Wynigen - Zwischenstand Projekt "Wohnpark"
Zwischenstand des Projektes "Wohnpark", dargestellt anhand von Fragen der Journalistin Fabienne Wüthrich, Berner Rundschau, zum Projekt „altersgerechte und moderne Wohnungen“ in Wynigen.
Warum plant die Gemeinde Wynigen mehr altersgerechte Wohnungen?
Der Gemeinderat ist der Ansicht, dass in Wynigen zu wenig Wohnungen vorhanden sind, um der - auch in Zusammenhang mit der demographischen Entwicklung - steigenden Nachfrage nach hindernisfreiem, modernem Wohnen gerecht zu werden.
Die Gemeinde strebt deshalb ein entsprechendes zusätzliches Wohnungsangebot an. Ziel ist, dem wachsenden Anteil der älteren Bevölkerung bestehende und kommende Bedürfnisse für das Wohnen im Alter zu befriedigen.
Reicht das bestehende Angebot nicht aus?
Auf privater Basis bestehen in Wynigen sehr wenige hindernisfreie und damit altersgerechte Wohnungen.
Die Gemeinde selbst besitzt seit 1991 mit dem Junkerhuus 13 Alterswohnungen, die permanent belegt sind. Hier besteht auch eine Warteliste. Diese Wohnungen sind aufgrund der Grösse nur für Einzelpersonen geeignet. Für Ehepaare besteht kein genügendes Angebot. Die Bewohner sind im Durchschnitt über 80 Jahre alt.
Mit dem Projekt „Wohnpark“ sollen die Bedürfnisse einer etwas jüngeren Zielgruppe befriedigt werden. Ehepaare, beispielsweise ab 60, welche das vorhandene Einfamilienhaus ihren Nachkommen überlassen möchten, finden in Wynigen keinen geeigneten Wohnraum.
Wie stehen die Wohnungen im Zusammenhang mit den jungen Menschen?
Der Gemeinderat strebt keine reinen Alterswohnbauten an. Er will auch die Nachfrage der einheimischen Jungen nach modernem Wohnraum befriedigen. Ziel ist damit auch, der Abwanderung der jungen Bevölkerung mangels geeigneten Mietwohnungen entgegen zu wirken.
Was hat das konkret mit dem onyx-Verkaufserlös zu tun?
Der Gemeinderat strebt an, die 4,3 Millionen Franken aus dem Verkauf der onyx-Aktien nachhaltig zu verwenden. Dazu kann auch die Anschubfinanzierung für Alterswohnungen gehören.
Wie sehen die Ziele des Gemeinderates aus?
Das Angebot an hindernisfreien, modernen Wohnungen in Wynigen soll dem Bedarf der Bevölkerung entsprechend erweitert werden. Reine Alterswohnbauten, wie das bestehende Junkerhuus, sind zu vermeiden. Die Überbauung soll allen Altersstufen zur Verfügung stehen. Damit soll auch der Abwanderung der jungen Bevölkerung entgegengewirkt werden. Eine Mischform zwischen Miet- und Eigentumswohnungen ist zudem denkbar.
Wann wurde die Arbeitsgruppe gegründet?
Der Gemeinderat hat die Mitglieder der Arbeitsgruppe für die erste Projektphase im Juli bestimmt. Für weitere Projektphasen soll die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe den jeweiligen Bedürfnissen angepasst werden.
Wie verläuft die Zusammenarbeit?
Die Zusammenarbeit mit der Beratungsfirma verläuft sehr gut und effizient.
Was macht die Firma Bracher konkret?
Die Bracher und Partner AG leitet die Projektgruppe und macht Vorschläge für die Zielerreichung. Sie hat die Bevölkerungsbefragung ausgewertet, beurteilt die möglichen Standorte aus Investorensicht, erarbeitet Finanzierungsvorschläge und wird schliesslich zuhanden des Gemeinderates den Projektbericht erstellen.
Was passiert genau in der Arbeitsgruppe?
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe bringen die lokale Sicht in das Projekt "Wohnpark" ein. Die Arbeitsgruppe wirkt beurteilend, ergänzend und korrigierend.
Wann wird der Projektbericht abgeliefert?
Geplant ist die Ablieferung des Projektberichtes an den Gemeinderat im Januar 2009.
Haben Sie die Fragebogen schon ausgewertet? Resultat?
Die Fragebogen sind bereits ausgewertet worden. Fest steht, dass ein Bedürfnis nach Wohnungen vorhanden ist und zwar je etwa zur Hälfte nach 2,5- und nach 3,5-Zimmer-Wohnungen. Vereinzelt werden auch grössere Wohnungen nachgefragt. Die Nachfrage nach Mietwohnungen ist mit über 80 Prozent bedeutend grösser als nach Eigentumswohnungen. Bei den Dienstleistungen besteht ein grosses Bedürfnis nach einem Alarmsystem, Reinigungsdienstleistungen und einem Mahlzeitendienst.
Wie viele Menschen haben teilgenommen? Sind die Fragebogen an die gesamte Bevölkerung verschickt worden oder nur an Seniorinnen und Senioren?
Der Fragebogen wurde in alle Haushaltungen der Gemeinde Wynigen und der Nachbargemeinde Rumendingen verteilt; total 925. Der Rücklauf betrug 7 %, was als hohe Beteiligung gewertet werden kann. Ausserdem sind selektiv 341 Fragebogen an ehemalige Wyniger, altersmässig im Zielgruppensegment, versandt worden. Der Rücklauf hier ist mit 18 % hervorragend.
Anonyme Antworten waren zudem selten, was auf eine sehr hohe Identifikation mit dem Projekt schliessen lässt.
Wie teuer ist das Projekt bisher (Sitzungsgeld für Arbeitsgruppe, ungefähre Kosten für Firma Bracher)?
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe erhalten für die Teilnahme an den Sitzungen lediglich ein Sitzungsgeld. Daraus werden Kosten von 1'200 Franken resultieren.
Für den Beratungs- und Begleitauftrag der Firma Bracher und Partner AG für die erste Projektphase hat der Gemeinderat einen Kredit von maximal 28'000 Franken beschlossen.
Können Sie schon etwas sagen zu
a) Trägerschaft?
Dies ist in der Arbeitsgruppe erst andiskutiert worden. Als mögliche Trägerschaft könnte eine Genossenschaft oder Aktiengesellschaft gebildet werden.
b) Finanzierung?
Auch hier steht nach zwei Sitzungen noch keine definitive Lösung im Vordergrund. Angestrebt wird eine Finanzierung mit rund 40 Prozent Eigenkapital. Dies liesse sich erreichen, indem im gleichen Verhältnis Wohnungen verkauft werden.
c) Standort?
Drei mögliche Standorte werden demnächst mittels detaillierter Bewertungskriterien beurteilt.
d) Anzahl Wohnungen?
Die Arbeitsgruppe ist der Ansicht, dass der primäre Bedarf mit 12 bis 15 Wohnungen abgedeckt werden könnte, ergänzt mit einem Reservebedarf. Damit könnten als Ziel - in Etappen - etwa 24 bis 30 Wohnungen entstehen.
Datum der Neuigkeit 22. Nov. 2008