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Gemeinde

Einführung der Schulsozialarbeit an der Schule Wynigen-Seeberg

Die Gemeinderäte Wynigen und Seeberg beantragen ihren Stimmberechtigten anlässlich ihren nächsten Versammlungen jeweils die Einführung der Schulsozialarbeit an der Schule Wynigen-Seeberg. Diese soll mit einer dreijährigen Einführungsphase starten. Aufgrund einer anschliessenden Evaluation durch eine eingesetzte Steuergruppe sollen die Gemeinderäte über allenfalls nötige Anpassungen sowie die Weiterführung entscheiden können. Da es sich um die Übernahme einer neuen Gemeindeaufgabe handelt, liegt die Entscheidkompetenz bei den Stimmberechtigten. Für die dreijährige Evaluationsphase beantragt der Gemeinderat Wynigen den Stimmberechtigten die Genehmigung des Bruttokredits zur Erfolgsrechnung in Höhe von gesamthaft 203‘000 Franken (inkl. Anteile Seeberg und Rumendingen).

In den letzten Jahren hat die Anzahl Kinder in schwierigen familiären Situationen stark zugenommen. Es werden deshalb auch vermehrt schwierige soziale Gegebenheiten aus dem Schulunterricht berichtet, z.B. wenn sich ein Kind über längere Zeit dem Lernen und den schulischen Aufgaben verweigert und diverse Massnahmen keinen Erfolg erzielen. Das Thema Mobbing ist im Schulalltag ein Dauerthema und fordert den Lehrpersonen sehr viel ab. Dazu führt unter anderem auch das heute vorhandene höhere Bewusstsein dafür. Zudem gibt es Familiensituationen, die ein Kind massiv belasten können, was sich in auffälligem Verhalten zeigen kann. Zeitweise ist bereits der lokale Sozialdienst involviert. Es braucht dann eine gute Koordination aller Helferpersonen, damit optimale Lösungen und Vorgehensweisen gefunden werden können. Ein weiteres Beispiel kann die Verschlechterung des psychischen Zustandes eines Kindes sein, die einer Lehrperson auffällt. Die Dringlichkeit eines Reagierens in dieser Situation erfordert nebst den schulischen Aufgaben der Lehrperson ihrerseits viel Mehrarbeit. In allen diesen Situationen ist eine Schulsozialarbeiterin, ein Schulsozialarbeiter eine sehr wertvolle Unterstützung und Ergänzung oder sogar die übernehmende Fachperson.

Vorteile der Schulsozialarbeit

Die Schulsozialarbeit verbindet die Schule mit der Sozialarbeit und bietet für alle Beteiligten niederschwellige Unterstützung und Beratung unter anderem bei möglicher Kindeswohlgefährdung. Ziel ist es, auffällige soziale Entwicklungen bei Schüler/innen frühzeitig erkennen und Massnahmen einleiten zu können, Unterstützung in der Bewältigung kritischer Lebenslagen zu bieten sowie die sozialen Kompetenzen zu fördern, um den Anforderungen des Lebens gewachsen zu sein. Der Leistungskatalog der Schulsozialarbeit umfasst die Prävention und Früherkennung, die Beratung und Unterstützung von Schüler/innen, Eltern und Lehrpersonen sowie die Vernetzung mit gemeindeeigenen und regionalen Einrichtungen. Durch die Anwesenheit einer Fachperson, die zuständig für die Behandlung sozialer Themen in der Schule ist, werden die Lehrer/-innen von Aufgaben entlastet, die nicht ihrem Lehrauftrag entsprechen, aber in der gelebten schulischen Realität einen grossen Zeitaufwand bedeuten. So befindet sich eine Fachperson vor Ort, welche für diese Aufgaben entsprechend ausgebildet ist. Für aussenstehende Fachstellen und Behörden ist klar, wer in solchen Situationen die Ansprechperson ist.

Bedarfsabklärung

Um den Bedarf an Schulsozialarbeit an der Schule Wynigen-Seeberg abzuklären, wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Dabei wurde ein Bedarf von über 30% festgestellt. Dieser Aufwand wurde bisher durch die Lehrpersonen zusätzlich zu ihrem bestehenden Unterrichtspensum geleistet. In den umliegenden Schulen und auch in den Empfehlungen der Erziehungsdirektion zeigt sich, dass der Bedarf an Schulsozialarbeit für die Gemeinden wohl weiter zunehmen wird. Es ist absehbar, dass die Lehrpersonen in weiteren Jahren diesbezüglich vermehrt an ihre Grenzen stossen werden, weil sie nicht ihrem Auftrag und ihrer Ausbildung entspricht. Der Bedarf für eine Schulsozialarbeit an der Schule Wynigen-Seeberg ist dringend angezeigt. Die Arbeitsgruppe Schulsozialarbeit hat dafür ein Konzept erarbeitet. Aufgrund der verschiedenen Schulstandorte und der Vorgabe, wonach die Schulsozialarbeiterin bzw. der Schulsozialarbeiter an allen Standorten abwechselnd anwesend ist, wurde ein Bedarf im Bereich Schulsozialarbeit im Umfang von einem 40%-Jahresarbeitspensum erhoben. Im Rahmen der Abklärungen zur Einführung der Schulsozialarbeit wurden verschiedene Zusammenarbeitsformen geprüft. Aufgrund der vorhandenen Angebote wird eine Zusammenarbeit mit der Bildungsdirektion der Stadt Burgdorf angestrebt. Sie bietet die nötigen Leistungen zu verhältnismässig guten Konditionen an.

Einführungsphase und Kosten

Die Schulsozialarbeit soll mit einer 3-jährigen Einführungsphase starten. Während dieser Zeit wird sie aufgebaut und getragen. Nach drei Jahren soll die Einführung der Schulsozialarbeit durch eine eingesetzte Steuergruppe evaluiert und der Leistungsumfang wenn nötig durch die Gemeinderäte angepasst bzw. über deren Weiteführung entschieden werden können.

Für die Gemeinden Wynigen, Seeberg und Rumendingen betragen die Bruttokosten für die dreijährige Evaluationsphase total CHF 203‘000.00. Gemäss vertraglich vereinbartem Verteilschlüssel entfällt auf die Gemeinde Wynigen ein Anteil von total CHF 117‘000.00, auf die Gemeinde Seeberg ein Anteil von total CHF 82‘000.00 und auf die Gemeinde Rumendingen ein Anteil von total CHF 5‘000.00.

Die Gemeinderäte Wynigen, Seeberg und Rumendingen sind davon überzeugt, dass die Schulsozialarbeit zum Angebot der heutigen Schullandschaft gehört und insbesondere gestützt auf die heutigen gesellschaftlichen Strukturen, den Lebenswandel sowie die technische Infrastruktur zwingend nötig ist.

 



Datum der Neuigkeit 4. Sept. 2019
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