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Pressemitteilung betreffend Optimierung Rückhaltebecken

27. September 2021
In Wynigen, Riedtwil (Seeberg) und Bollodingen (Bettenhausen) wurden in den letzten Jahren zur Verbesserung des Hochwasserschutzes im Önztäli Rückhaltebecken gebaut. Aufgrund verschiedener Einstauereignissen wurden die Drosselbauwerke überprüft.

Die Rückhaltebecken in Wynigen, Seeberg und Bettenhausen wurden wegen der starken Niederschläge vom Juni/Juli 2021 mehrmals eingestaut. Obwohl grössere Schäden verhindert werden konnten, wurde teilweise Kulturland beschädigt. Zudem waren besonders in Wynigen und Bollodingen die Abflusskapazitäten innerorts stark ausgelastet. Dies veranlasste die Bauherrschaften, die Drosselbauwerke zu überprüfen.

 

Die drei Rückhaltebecken wurden jeweils durch das Ingenieurbüro Kissling + Zbinden AG aus Bern geplant und während dem Bau begleitet. Da in den drei Gemeinden das gleiche Gewässer betroffen ist und alle mit demselben Ingenieurbüro arbeiteten, entschieden sich die Schwellenkorporation Wynigen sowie die Einwohnergemeinden Seeberg und Bettenhausen zu einer Zusammenarbeit. Gemeinsam beauftragten sie die Kissling + Zbinden AG mit der Erstellung einer Analyse über die drei Rückhaltebecken. Die Analyse zeigte auf, dass die Drosselbauwerke korrekt nach Plan gebaut wurden. Da hydraulische Berechnungen eine gewisse Unschärfe vorweisen, können die Drosselbauwerke der Rückhaltebecken in Wynigen und Bollodingen innerhalb der genehmigten Wasserbaupläne etwas nach unten korrigiert werden. Der Abfluss bei voll eingestauten Rückhaltebecken in Wynigen und Bollodingen beträgt heute ca. 11 m3/s, was mit den korrigierten Drosselblendeneinstellungen auf ca. 10 m3/s gesenkt werden kann. Durch diese Anpassungen soll bei einem Einstauereignis weniger Wasser abfliessen und folgedessen weniger Schäden nach dem Durchlassbauwerk entstehen. Beim Rückhaltebecken in Riedtwil ist keine Korrektur der Drosselung notwendig, weil sich die Abflussmenge bei den Ereignissen bewährt hat. Die Bewirtschaftung des Schwemmholzrechens ist jedoch noch zu optimieren.

 

Werden die effektiven Kosten der Unwetterschäden vom Juni/Juli 2021 den Baukosten sowie dem möglichen Schadenpotenzial vor Umsetzung der Hochwasserschutzmassnahmen gegenübergestellt, zeigt sich, dass die Rückhaltedämme ihre Ziele erfüllt haben. Nachfolgende Zahlen zeigen auf, dass dank der Hochwasserschutzmassnahmen Schäden in Millionenhöhe verhindert werden konnten:

 

Rückhaltebecken Chappelebach (Wynigen):

  • Die Überflutungsfläche entsprach ungefähr einem HQ30*
  • Das Schadenpotenzial bei einem HQ30 betrug vor den Hochwasserschutzmassnahmen ca. Fr. 7.8 Mio.
  • Die effektiven Schadenskosten beliefen sich nun auf ca. Fr. 18'000.00
  • Die Baukosten des Hochwasserschutzprojektes betrugen rund Fr. 2.6 Mio.

 

Rückhaltebecken Bollodingen (Bettenhausen):

  • Die Überflutungsfläche entsprach ungefähr einem HQ10
  • Das Schadenpotenzial bei einem HQ10 betrug vor den Hochwasserschutzmassnahmen ca. Fr. 1 Mio.
  • Die effektiven Schadenskosten beliefen sich nun auf ca. Fr. 15'000.00
  • Die Baukosten des Hochwasserschutzprojektes inkl. Revitalisierung der Önz betrugen rund Fr. 1.9 Mio.
     

Rückhaltebecken Riedtwil (Seeberg):

  • Die Überflutungsfläche entsprach ungefähr einem HQ20
  • Das Schadenpotenzial bei einem HQ20 betrug vor den Hochwasserschutzmassnahmen ca. Fr. 1 Mio.
  • Die effektiven Schadenskosten beliefen sich nun auf ca. Fr. 30'000.00. Im Vergleich zu Wynigen und Bettenhausen brachte der Mutzbach viel mehr Holz und Sandablagerungen. Ohne das Rückhaltebecken wären die Schäden in Riedtwil jedoch selbst bei diesem eher kleinen Ereignis einiges höher ausgefallen.
  • Die Baukosten des Hochwasserschutzprojektes betrugen ca. Fr. 2.2 Mio.

 

*Erläuterung HQ30 (und sinngemäss für HQ20 und HQ10): im Durchschnitt alle 30 Jahre erreichtes oder übertroffenes Hochwasserereignis (30-jährliches Hochwasser)

 

Die Kosten für die Überprüfung (inklusive Dokumentation) und Optimierung der Rückhaltebecken (Feinjustierung der Drosselbauwerke in Wynigen und Bollodingen) belaufen sich gesamthaft auf ca. Fr. 20'000.00. Der Bund sowie Kanton Bern beteiligen sich mit 60% Subventionen daran.

 

Mit dem Bau allein ist die Arbeit aber nicht getan. Damit der Hochwasserschutz funktioniert, müssen die Rückhaltedämme regelmässig unterhalten werden. An dieser Stelle bedanken sich die Bauherrschaften bei den zuständigen Mitarbeitenden der Werkhöfe, Kommissionen und Schwellenequipen für ihre wertvolle Arbeit.