Rückblick und Ausblick des Gemeinderats zum Jahreswechsel
Die Stimmberechtigten konnten an den Gemeindeversammlungen vom 5. Juni und vom 6. Dezember über die Jahresrechnung 2024, das Budget 2026 und weitere Geschäfte abstimmen. Es waren jeweils zwischen 40 und 50 Personen anwesend. Die finanzielle Situation der Gemeinde ist solide, die Perspektiven sind gut, dementsprechend wurden sowohl die Jahresrechnung 2024 als auch das Budget 2026 ohne Gegenstimmen gutgeheissen. Bei den beiden diesjährigen Versammlungen gab es ansonsten nur wenige Traktanden, ein Besuch lohnte sich aber auch für den geselligen Austausch beim Apéro im zweiten Teil.
Gemeinderatspräsidentin Sandra Sommer leitet den Gemeinderat und führt das Ressort Präsidiales. Zum Start in die neue Legislaturperiode 2025 – 2028 konnte sie Bruno Jost im Rat begrüssen und in seine Aufgaben als Gemeinderatsmitglied einführen. Die weiteren Gemeinderatsmitglieder gehörten dem Rat bereits in der vorherigen Legislatur an, die Präsidentin kann somit weiterhin ein gut eingespieltes Team führen. Zum Jahresbeginn erfolgten auch die Kommissionswahlen für die neue Amtszeit. Es konnten wiederum genügend interessierte und motivierte Wynigerinnen und Wyniger gefunden werden, welche sich in ihren Bereichen für eine attraktive Gemeinde einsetzen. Die Dorfgespräche fanden erneut regen Anklang. Am 28. April und am 20. Oktober konnten jeweils über 70 Personen begrüsst werden. Die Möglichkeit zum Austausch wurde rege genutzt, besonders zum Thema Parkplatzbewirtschaftung, aber auch zu vielen anderen Themen. Ein besonderes Highlight in Wynigen war das Kinderfest am 29. Juni. Die vielen Besucherinnen und Besucher konnten bei schönem, heissen Wetter einen farbenfrohen Umzug der Schulkinder der Schule Wynigen-Seeberg bestaunen und das fröhliche Zusammensein geniessen. Als neues Angebot verkauft die Gemeindeverwaltung seit anfangs Mai die "Spartageskarten Gemeinde" am Schalter. Das Angebot richtet sich insbesondere an gelegentliche ÖV-Benutzende, welche damit ab 39 Franken (mit Halbtax) bzw. ab 52 Franken (ohne Halbtax) den ganzen Tag in der Schweiz mit dem Zug unterwegs sein können.
Im Ressort Liegenschaften von Urs Schweizer konnte der Umbau des Feuerwehrmagazins erfolgreich abgeschlossen werden. Die Wynigerinnen und Wyniger konnten die erneuerten Räumlichkeiten bei einem Tag der offenen Tore am 24. Mai besichtigen. Zudem wurden verschiedene weitere Projekte realisiert. Auf dem Friedhof wurden neue Themenfelder, ein neuer Grabteil für Kinder und Engelskinder und eine neue Erschliessung sowie ein Bänkli und ein Baum bei den Erdbestattungsgräbern realisiert. Im Primarschulhaus wurde im Gang im Erdgeschoss der Boden ersetzt. Im Uhlmannhaus wurden neue LED-Leuchten installiert. Im Verwaltungsgebäude wurde die Schliessanlage erneuert. Im Junkerhuus wurde eine Wohnung saniert, welche bereits wieder vermietet werden konnte. Bei den Schulliegenschaften kam es im Herbst 2025 zu Vandalismus-Vorfällen. Der Gemeinderat hat aus diesem Anlass ein Flugblatt an die Bevölkerung verschickt. Er hat dazu aufgerufen, hinzuschauen und Vorfälle der Polizei sowie der Gemeindeverwaltung zu melden.
Im Ressort Tiefbau von Christian Hulliger konnten im Bereich von Kantonsstrassen die Realisierung der neuen Radwegverbindung Bickigen – Grafenscheuren und der Gehwegverlegung Kappelenstrasse begleitet werden. Als Gemeindestrassen-Projekt wurde in der Häuserngrube Rüedisbach eine Strassenverlegung vorgenommen, zugleich erfolgte eine Teilrekultivierung. Am Sonnhaldeweg und am Neumattweg wurde die Strassenbeleuchtung auf LED umgestellt. Weiter wurden gestützt auf eine Eingabe aus der Bevölkerung Massnahmen zur Verbesserung der Fusswegsicherheit im Dorf Wynigen geprüft. Für die Verbesserung der Alternativroute alte Landi – Luegstrasse (Umgehung des Trottoirengpasses an der Kappelenstrasse) konnte ein baugesuchsreifes Projekt erstellt werden. Ausserdem wurde in Zusammenarbeit mit der Finanzverwaltung die finanzielle Situation der Wasserversorgung Wynigen überprüft. Wegen des sehr tiefen Bestands der Spezialfinanzierung Werterhalt Wasserversorgung und steigenden Kosten bei der Beprobung zur Wasserqualität werden die Grund- und Verbrauchsgebühren fürs Wasser per 01.07.2026 erhöht.
Im Ressort Bildung von Naémi Wyss gab es viele positive Erlebnisse mit den tollen, wissbegierigen und aufgestellten Schülerinnen und Schülern und mit dem gut eingespielten und motivierten Team der Schulleiterinnen und Lehrpersonen. Das Ressort war aber auch von besonders grossen Herausforderungen geprägt, namentlich mit kritischen Entwicklungen im Oberstufenbereich sowie mit der sehr anspruchsvollen und komplexen Erarbeitung der Klassenorganisation ab 2026 für die gesamte Schule Wynigen-Seeberg. Die Schulleitung, die Lehrpersonen und die zuständigen Behördenmitglieder sind in vielerlei Hinsicht gefordert. Die Rekrutierung von qualifiziertem Personal für den Unterricht und im heilpädagogischen Bereich sowie der Umgang mit der zunehmenden Heterogenität der Klassen sind anhaltend anspruchsvoll. Für die Lehrpersonen resultieren auch aus der steigenden Anzahl Kinder mit verschiedenen Diagnosen sowie aus der Lernverweigerung einzelner Kinder zunehmende pädagogische Herausforderungen. Bei der Schulsozialarbeit besteht ebenfalls eine sehr hohe Auslastung. Im Schulalltag überwiegen aber nach wie vor die schönen und erfreulichen Momente. Bei der Tagesschule erfolgte per 1. August 2025 eine Umstellung auf ein Modell mit pädagogischen Ansprüchen.
Im Ressort Gesellschaft und Umwelt von Fritz Ryser konnten wiederum erfolgreiche und gut besuchte Anlässe durchgeführt werden, namentlich die Kultur- und Sportlerehrungen sowie das Geburtstagskonzert für Jubilarinnen und Jubilare. Als neues regelmässiges Angebot konnte auf Initiative des Teams der Bibliothek das Projekt "Digi-Treff" umgesetzt werden. Seniorinnen und Senioren können jeden Dienstag von 16.30 bis 17.30 Uhr (ausser in den Schulferien) ihre Fragen im Umgang mit digitalen Geräten mit einer Bibliotheks-Mitarbeiterin anschauen. Zum Ressort Gesellschaft und Umwelt gehört auch der Sozialdienst Oesch-Emme (SDOE). Gegenwärtig läuft auf kantonaler Ebene eine Totalrevision des Sozialhilfegesetzes, welche Auswirkungen auf die kommunalen Sozialdienste haben kann.
Im Ressort Planung und Bau von Ruedi Sommer wurden über 30 Baugesuche, Bauvoranfragen und Projektänderungen bearbeitet. Die Verfahren werden auf Gemeindeebene termingerecht abgewickelt. Für Baugesuche in der Bewilligungskompetenz des Regierungsstatthalteramts waren die Bearbeitungsfristen aber wegen dortigen personellen Engpässen und hoher Auslastung nach wie vor lang. Gegenwärtig werden die grossen Wohnüberbauungen in der Bifangmatt (3. Etappe) und am Mühlebachweg realisiert. Für die nächsten Jahre zeichnet sich eine Verknappung der Baulandreserven in Wynigen ab. Deshalb ist eine Kontaktierung der Eigentümer unüberbauter Baulandflächen geplant. Durch eine Ermöglichung der Bebauung von Baulücken kann ein Beitrag zur Siedlungsentwicklung nach Innen im Sinne der Raumplanungsgesetzgebung geleistet werden.
Im Ressort Finanzen hat sich Bruno Jost als neuer Ressortchef schnell sehr gut eingearbeitet und konnte rasch ein tiefes Verständnis der Zusammenhänge in den Gemeindefinanzen entwickeln. Er hat sich in allen Ressorts einen Einblick verschafft, um die finanziellen Bedürfnisse beurteilen zu können. Fürs Budget 2026 konnte dank einer angemessenen Zurückhaltung bei den Ausgaben, gewissen Sparanstrengungen und einer absehbaren positiven Entwicklung bei den Steuereinnahmen ein ausgeglichenes Ergebnis im allgemeinen Haushalt erzielt werden. Der budgetierte Aufwandüberschuss von rund 109'000 Franken im Gesamthaushalt resultiert aus den spezialfinanzierten Bereichen Wasser und Abwasser. Dort soll mittels erhöhten Einlagesätzen in die Spezialfinanzierungen Werterhalt und daraus resultierenden Aufwandüberschüssen eine nicht liquiditätswirksame Umlagerung vom Bestand der Spezialfinanzierungen Rechnungsausgleich in den Bestand der Spezialfinanzierungen Werterhalt erzielt werden.
Die Projekte und Herausforderungen für den Gesamtgemeinderat und die einzelnen Ressorts für das kommende Jahr sind vielfältig. Von besonderer Bedeutung ist die Erarbeitung einer Schulraumstrategie. Der Gemeinderat hat dafür eine Arbeitsgruppe eingesetzt.
Im Investitionsprogramm sind fürs Jahr 2026 verschiedene Erneuerungs- und Ersatzinvestitionen vorgesehen. Auf der Gemeindeverwaltung werden die Server und Mini-PCs ersetzt, in den Schulhäusern erfolgt eine Erneuerung der Schliessanlagen, das Uhlmannhaus wird mit neuen Tischen und Stühlen ausgestattet, im Oberstufenschulhaus wird ein Boden im Gang saniert und beim Feuerwehrmagazin werden die Tore ersetzt. Zudem werden Strassensanierungsprojekte in der Fuhren sowie zwischen Mistelberg und Hofholz ausgeführt. Beim Schulhaus soll der Brunnen wieder in Betrieb genommen werden, der Gemeinderat freut sich über die bereits zugesicherten Sponsoringbeiträge und über weitere Zusagen.
Insgesamt wird im nächsten Jahr eher zurückhaltend investiert, dafür sind im Jahr 2027 grössere Investitionen für die Sanierung der Gebäudehülle der Turnhalle vorgesehen. Der Verpflichtungskredit für die Turnhallensanierung wird für die Gemeindeversammlung am 4. Juni 2026 traktandiert.
Eine wichtige Neuerung per 1. Januar 2026 ist die Einführung von Parkgebühren bei der Park-and-Ride-Anlage beim Bahnhof und beim Friedhofparkplatz. Die erste Stunde ist gratis, es ist aber eine Registrierung nötig. Jede weitere Stunde kostet einen Franken, die maximale Tagesgebühr ist fünf Franken. Fürs Parkieren beim Bahnhof können Pendlerinnen und Pendler eine Jahres- oder Monatsbewilligung kaufen. Der Bezug ist online auf parkingpay.ch oder am Schalter der Gemeindeverwaltung möglich. Der Gemeinderat erhofft sich, dass durch die Einführung der Gebührenpflicht inskünftig auch tagsüber wieder freie Parkplätze am Bahnhof zur Verfügung stehen. Samstags und Sonntags bleibt das Parkieren gratis.
Das nächste Dorfgespräch findet am 20. April 2026 statt. Dabei ist insbesondere eine Orientierung zum Thema Grossbatterien der BKW bei der Unterstation Bickigen vorgesehen.
Der Gemeinderat bedankt sich bei der Bevölkerung fürs grosse Interesse an den Belangen der Gemeinde und fürs rege Mitmachen an den Dorfgesprächen und an den Gemeindeversammlungen. Er freut sich auch im kommenden Jahr über eine grosse Beteiligung an den Anlässen der Gemeinde. Der Gemeinderat wünscht allen Wynigerinnen und Wynigern einen guten Rutsch, viel Glück und alles Gute im Jahr 2026.