Ergebnisse Dorfgespräch vom 20. April
Der Anlass wurde von Gemeinderatspräsidentin Sandra Sommer geleitet und moderiert. Sie dankte für das sehr zahlreiche Erscheinen und freute sich über das grosse Interesse an den Themen.
Seitens der BKW hat Philipp Schärf übers Projekt Grossbatterien bei der Unterstation Bickigen informiert. In Bickigen besteht eine leistungsfähige Netzinfrastruktur als wichtiger Ausgangspunkt für die geplante Anlage zur Energiespeicherung. Gemäss der Projektidee würden die Grossbatterien an die bestehenden Anlagen der Unterstation Bickigen angrenzen und ungefähr eine Fläche in der Grösse eines Fussballfeldes belegen. Die technische Machbarkeit wurde bereits geprüft, es wurden Umwelt- und Lärmabklärungen durchgeführt und es fanden Gespräche mit der Gemeinde und mit Fachstellen statt. Nun werden vertiefte Abklärungen bezüglich Technik, Flächenbedarf und Standortoptionen vorgenommen. Danach werden die nächsten Verfahrensschritte eingeleitet.
Gemeinderat Fritz Ryser hat über die Neuorganisation der Schulsozialarbeit orientiert. In Wynigen besteht seit dem Jahr 2019 eine Schulsozialarbeit, zuerst während einer dreijährigen Pilotphase mit einem Pensum von 40%, danach erfolgte eine definitive Einführung mit einem Pensum von 60 %, welches bislang von der Stadt Burgdorf bereitgestellt worden ist. Die Schulsozialarbeit leistet hervorragende Unterstützung für Schulkinder, Lehrpersonen und Eltern. Infolge Kündigung der Schulsozialarbeiterin wurde eine Neuorganisation geprüft, mit dem Ergebnis, dass die Schulsozialarbeit ab dem 1. Mai 2026 von der Gemeinde Wynigen organisiert wird. Die Stelle wurde mit einem Pensum von 75-80 % neu ausgeschrieben, vorbehältlich des Gemeindeversammlungsbeschlusses für die Pensenanpassung. Durch die Neuorganisation ist die Pensenerhöhung möglich, ohne dass Mehrkosten entstehen. Übergangsweise erfolgt eine Überbrückung mit einem Pensum von 40 %. Die Schulsozialarbeit ist eine wichtige niederschwellige Anlaufstelle. Die Fragestellungen und Herausforderungen, die sich ihr stellen, sind umfangreich und komplex. Das vorgesehene zukünftige Pensum entspricht den kantonalen Empfehlungen.
Die Gruppe Freiwillig für Wynigen wurde von Fritz Schürch, Margrit Stalder und Annemarie Jost vorgestellt. Es handelt sich um ein Netzwerk von Freiwilligen mit den Tätigkeitsbereichen Reparaturcafé, Seniorenwanderungen und Ortsgeschichte. Sie sind auch offen für weitere Projekte, z. B im Bereich Kultur und Tourismus.
Beim Reparaturcafé, welches das nächste Mal am 24. Oktober stattfindet, geht es um den Grundsatz "Flicken statt Wegwerfen". Zweimal im Jahr stellen 15 Reparateurinnen und Reparateure als Fachleute ihr Know-How zur Verfügung. Zudem gibt es jeweils eine Kaffeestube. Am meisten genutzt werden die Bereiche Elektrisches und Elektronisches.
Auch die Nähmaschine ist jeweils im Einsatz, zudem sind auch Reparaturen von Schmuck, Spielzeug und vielem anderen möglich.
Die Seniorenwandergruppe besteht seit dem Jahr 2008. Sie führen von April bis November monatlich eine Wanderung durch. Sie treffen sich ganz unkompliziert jeweils am ersten Dienstag im Monat um 13:15 Uhr am Bahnhof Wynigen, es ist keine Anmeldung nötig. Sie gehen bei jedem Wetter los, manchmal vom Bahnhof aus, manchmal nach einer kurzen Fahrt mit dem ÖV oder Privatautos. Im September gibt es jeweils einen Tagesausflug mit einem Nostalgie-Postauto, für diesen Anlass ist eine Anmeldung erforderlich.
Die Gruppe Ortsgeschichte hat als erstes grösseres Projekt im Jahr 2020 die Broschüre Dorfrundgang Wynigen erarbeitet. Als zweites Projekt ist nun die Broschüre Wynigenberge entstanden. Das druckfrische Buch, welches neben umfangreichen geschichtlichen Informationen auch viele Wandervorschläge enthält, kann für 20 Franken auf der Gemeindeverwaltung gekauft werden.
Über den Digi-Treff hat Bibliotheksleiterin Heidi Stalder Jost orientiert. Sie hat erläutert, dass die Bibliothek Wynigen den Slogan "Mehr als nur Bücher" hat. Die Bibliothek bietet neben Büchern und Zeitschriften auch digitale Lizenzen für Tablets oder E-Reader an. Die Bibliothek ist aber auch viel mehr als nur eine Ausleihstation. Eine der Dienstleistungen, welche zusätzlich angeboten werden, ist der Digi-Treff jeden Dienstag von 16:30 bis 17:30 Uhr. Man kann ohne Anmeldung kommen, um mit Bibliotheksmitarbeiterinnen Anwenderfragen und Anliegen zur Handybenutzung zu besprechen. Häufige Fragen betreffen z. B. digitale Fotos, den Umgang mit social media, die Funktionen von WhatsApp, die SBB-App oder easyride. Das Angebot ist kostenlos und richtet sich in erster Linie an Seniorinnen und Senioren, steht aber allen offen.
Anschliessend wurde das Richtprojekt Landgasthof Linde vom zuständigen Gemeinderat Ruedi Sommer sowie von Eigentümer Stefan Gygax und von den von ihm beauftragten Planerinnen Sarah Zoboli und Linda Kocher vorgestellt. Eingangs hat Ruedi Sommer erläutert, dass ein qualitätssicherndes Workshopverfahren durchgeführt worden ist, bei dem es für die Gemeinde insbesondere um die Wahrung des Ortsbilds, den Erhalt einer Gaststätte, die Wahrung von Arbeitsplätzen und die Schaffung von Wohnraum ging. Stefan Gygax hat als Eigentümer der "Linde" erläutert, dass der Verkauf eines Landgasthofs eine grosse Herausforderung darstellt und dass es für alle sehr wünschenswert ist, dass es in Wynigen weiterhin eine Gaststätte gibt. Sie sind auf gutem Weg, um ein zukunftsfähiges Projekt zu ermöglichen. Die beiden Planerinnen haben ihr Richtprojekt vorgestellt. Dieses umfasst die ganze Parzelle und beinhaltet einen Umbau des bestehenden Gebäudes des Landgasthofs mit Einbau von zusätzlichem Wohnraum, u. a. im Bereich der Hocheinfahrt, sowie den Neubau eines Wohngebäudes und einen neuen Innenhof.
Als neues Gemeinderatsmitglied ab 1. Mai 2026 hat sich Simon Streit vorgestellt. Er übernimmt das Ressort Planung und Bau. Er hat seinen beruflichen Hintergrund erläutert und seine langjährige enge Verbindung zur Gemeinde dargelegt. In der Feuerwehr übt er die Funktion des Vizekommandanten aus. Als Gemeinderat möchte er die Weiterentwicklung der Gemeinde mitgestalten. Wichtig sind ihm insbesondere Offenheit, eine gute Feedback-Kultur und der Zusammenhalt in der Gemeinde. Er bedankt sich für das Vertrauen und freut sich auf den Austausch mit der Bevölkerung.
In der Gesprächsrunde im zweiten Teil gab es insbesondere verschiedene Fragen zum Projekt Grossbatterien der BKW sowie positive Rückmeldungen und Fragen zum Richtprojekt Landgasthof Linde.
Abschliessend hat Gemeinderatspräsidentin Sandra Sommer darauf hingewiesen, dass nach wie vor ÖV-Begleitpersonen für die drei Erstklässler, welche ab August auf den Bus gehen, gesucht werden. Interessierte Personen für den siebenwöchigen Einsatz können sich bei der Gemeindeverwaltung melden.