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Wynigenberge

Die Projektleiter Fritz Schürch und Daniel Dähler – unterstützt von Walter Christen, Mösli – dokumentieren die rund 20 Gehöftgruppen (Höfe, Weiler, Dörfli) der Wynigenberge. Das Projekt steht unter dem Dach des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Wynigen-Rumendingen und profitiert von der Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Arbeitsgruppe für Ortsgeschichte. Der Lotteriefonds des Kantons Bern unterstützt das «Projekt Wynigenberge».

Die Broschüre "Wynigenberge - Porträts der Höfe, Weiler, Dörfer mit Wanderungen und Velowegen" kann ab 20. März 2026 (Buchvernissage) am Schalter der Gemeindeverwaltung Wynigen gekauft oder bei schuerch.fank@bluewin.ch bestellt werden. Kosten CHF 20.00 (bei Versand plus CHF 5.00).

Die Dokumente zu den weiteren Höfen und Weilern nach Inhalt des Buches «Wynigenberge» werden bis Ende 2026 hinzugefügt.

Auskunft und Führungen: Fritz Schürch, 034 415 10 69, schuerch.fank@bluewin.ch

Mistelberg
Die Einführung bietet die Grundlagen für den Natur- Kultur- und Erholungsraum «Wynigenberge» und fasst in folgenden Abschnitten Wissenswertes zusammen:
  • Beschreibungen
  • Geografie
  • Bauliche Entwicklung
  • Geschichte
  • Landwirtschaft
  • Projekt Wynigenberge

00 Einführung Wynigenberge

Die Einführung bietet die Grundlagen für den Natur- Kultur- und Erholungsraum «Wynigenberge» und fasst in folgenden Abschnitten Wissenswertes zusammen:
  • Beschreibungen
  • Geografie
  • Bauliche Entwicklung
  • Geschichte
  • Landwirtschaft
  • Projekt Wynigenberge
Brechershäusern
«Brächershüsere» wird urkundlich im Jahr 1312 «Brecholdshüsern» genannt. Der Name leitet sich vom Personennamen Berchtold ab, mit der Lautumstellung von Berch- zu Brech-. Brechershäusern mit Rain, Heuweg, dem Huebli und den Höfen in der Buchgasse und Rieten bei Rüedisbach gehörte im Alten Bern zur Kirchhöre (Kirchgemeinde) Koppigen, jedoch zum Niederen Gericht Wynigen. Später war es eine eigenständige Einwohnergemeinde, gehörte aber immer noch zur Kirche Koppigen. Im Jahr 1880 zählte die Geme...

01 Brechershäusern

«Brächershüsere» wird urkundlich im Jahr 1312 «Brecholdshüsern» genannt. Der Name leitet sich vom Personennamen Berchtold ab, mit der Lautumstellung von Berch- zu Brech-. Brechershäusern mit Rain, Heuweg, dem Huebli und den Höfen in der Buchgasse und Rieten bei Rüedisbach gehörte im Alten Bern zur Kirchhöre (Kirchgemeinde) Koppigen, jedoch zum Niederen Gericht Wynigen. Später war es eine eigenständige Einwohnergemeinde, gehörte aber immer noch zur Kirche Koppigen. Im Jahr 1880 zählte die Geme...
Bild Denkmalpflege des Kantons Bern, Jürg Hünerwadel, 2015
Die Bezeichnung der Geländeform Breitenegg bezieht sich auf eine nicht vollständig abgetragene Wallmoräne der vorletzten, sogenannten Riss-Eiszeit.
Das kompakte Dörfli mit den überwiegend bäuerlichen Bauten entlang dem Gassenraum und der auffälligen Linde an der Wegkreuzung ist sowohl im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz als auch im Inventar der Denkmalpflege des Kantons Bern als geschützte Baugruppe aufgeführt.

02 Breitenegg

Die Bezeichnung der Geländeform Breitenegg bezieht sich auf eine nicht vollständig abgetragene Wallmoräne der vorletzten, sogenannten Riss-Eiszeit.
Das kompakte Dörfli mit den überwiegend bäuerlichen Bauten entlang dem Gassenraum und der auffälligen Linde an der Wegkreuzung ist sowohl im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz als auch im Inventar der Denkmalpflege des Kantons Bern als geschützte Baugruppe aufgeführt.
Ober-Rüedisbach, Foto Hans Schuler, 2021
Bis 1800 bestand Rüedisbach aus zwei altbernischen, zinspflichtigen Lehenshöfen, die um 1650 im Besitz der Familie Mathys (Ober-Rüedisbach) und der Jost von Brechershäusern (Unter-Rüedisbach) waren. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Rüedisbach mit dem Schulhausbau von 1834, mit der Speisewirtschaft Schlüssel, Schmiede, Käserei, Bäckerei, Lädeli… zu einem Dörfli mit Zentrumsfunktion der umliegenden Weiler und Höfe. Im 20. Jahrhundert kamen eine eigene Post (mit Postautoverkehr nach Wynigen),...

03 Rüedisbach

Bis 1800 bestand Rüedisbach aus zwei altbernischen, zinspflichtigen Lehenshöfen, die um 1650 im Besitz der Familie Mathys (Ober-Rüedisbach) und der Jost von Brechershäusern (Unter-Rüedisbach) waren. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Rüedisbach mit dem Schulhausbau von 1834, mit der Speisewirtschaft Schlüssel, Schmiede, Käserei, Bäckerei, Lädeli… zu einem Dörfli mit Zentrumsfunktion der umliegenden Weiler und Höfe. Im 20. Jahrhundert kamen eine eigene Post (mit Postautoverkehr nach Wynigen),...
Stock von 1813 im Wil
Die Alemannen haben im 8./9. Jahrhundert den Namen Wil von den Römern übernommen und zum Teil mit Personennamen kombiniert, z.B. Leggiswil. Beim Wil ob Rüedisbach könnte es sich auch um eine Namensgebung aus dem späten Mittelalter handeln für Gehöftgruppen oder Weiler, die nach Rodungen entstanden. 1677 zählte Wyl nur eine Haushaltung. Der Hof hatte im Ancien Régime eine eigene Zehndmarch. In den Kirchenbüchern sind ab 1554 Hofstetter verzeichnet, ab 1650 Wälchli und um 1800 Oberbühler. Die F...

04 Wil

Die Alemannen haben im 8./9. Jahrhundert den Namen Wil von den Römern übernommen und zum Teil mit Personennamen kombiniert, z.B. Leggiswil. Beim Wil ob Rüedisbach könnte es sich auch um eine Namensgebung aus dem späten Mittelalter handeln für Gehöftgruppen oder Weiler, die nach Rodungen entstanden. 1677 zählte Wyl nur eine Haushaltung. Der Hof hatte im Ancien Régime eine eigene Zehndmarch. In den Kirchenbüchern sind ab 1554 Hofstetter verzeichnet, ab 1650 Wälchli und um 1800 Oberbühler. Die F...
Mösli mit den Höfen Wirth und Christen
Der Name geht vermutlich auf das Sumpfgebiet/Moos zwischen Wil und Leggiswil zurück, welches in alten Karten als Wylerfeld bezeichnet ist. Heute ist dieses Quellgebiet des Bühlbächlis drainiert, aber von früher ist auch die Bezeichnung «Ruggere» bekannt, was auf quakende Frösche hinweisen könnte. Die Bezeichnung Müsli statt Mösli ist der Aussprache in der Übergangsregion vom Emmental zum Oberaargau geschuldet. Das Mösli mit den heute zwei heutigen Heimwesen Wirth und Christen befindet sich etwas...

05 Mösli

Der Name geht vermutlich auf das Sumpfgebiet/Moos zwischen Wil und Leggiswil zurück, welches in alten Karten als Wylerfeld bezeichnet ist. Heute ist dieses Quellgebiet des Bühlbächlis drainiert, aber von früher ist auch die Bezeichnung «Ruggere» bekannt, was auf quakende Frösche hinweisen könnte. Die Bezeichnung Müsli statt Mösli ist der Aussprache in der Übergangsregion vom Emmental zum Oberaargau geschuldet. Das Mösli mit den heute zwei heutigen Heimwesen Wirth und Christen befindet sich etwas...
Hinter-Leggiswil mit Huebli oben und Wil rechts
1264 sind Loygeswile (Leggiswil) und Breitunecga (Breitenegg) in einer Schenkung von Rudolf Frieso mit seiner Frau Berta von je zwei Schupposen an das Johanniter-Kloster Münchenbuchsee erstmals erwähnt. Für eine Schuppose rechnen wir ca. 12 Jucharten zu 36 Aren. Im Urbar des St. Ursenstift in Solothurn – und auch dorthin zinspflichtig − ist 1497 Hans Jost Leggiswil aktenkundig. Jost Jost (*1633) von Hinter-Leggiswil – nicht zu verwechseln mit dem Chronisten - zog nach Alchenstorf, hat sich...

06 Leggiswil

1264 sind Loygeswile (Leggiswil) und Breitunecga (Breitenegg) in einer Schenkung von Rudolf Frieso mit seiner Frau Berta von je zwei Schupposen an das Johanniter-Kloster Münchenbuchsee erstmals erwähnt. Für eine Schuppose rechnen wir ca. 12 Jucharten zu 36 Aren. Im Urbar des St. Ursenstift in Solothurn – und auch dorthin zinspflichtig − ist 1497 Hans Jost Leggiswil aktenkundig. Jost Jost (*1633) von Hinter-Leggiswil – nicht zu verwechseln mit dem Chronisten - zog nach Alchenstorf, hat sich...
Baugruppe Oberbühl
Der Doppelhof Oberbühl – auf alten Karten mit Unterbühl bezeichnet − wird seit 1834 von Nachkommen des damaligen Unter-Statthalters Jakob Jost (1789 – 1849) bewirtschaftet. Neben der Hocheinfahrt des südlicheren Hofes steht die ehemalige St. Ulrich-Kapelle (Heidenstock), die nach der Reformation von 1528 zu einem Kornspeicher umfunktioniert wurde.

07 Oberbühl

Der Doppelhof Oberbühl – auf alten Karten mit Unterbühl bezeichnet − wird seit 1834 von Nachkommen des damaligen Unter-Statthalters Jakob Jost (1789 – 1849) bewirtschaftet. Neben der Hocheinfahrt des südlicheren Hofes steht die ehemalige St. Ulrich-Kapelle (Heidenstock), die nach der Reformation von 1528 zu einem Kornspeicher umfunktioniert wurde.
Bauernhaus von 1553 mit Steinstock Mitte 16. Jahrhundert, Foto Hans Schuler, 2025
Alchenberg liegt etwas versteckt unterhalb des chnubelförmigen Hölzlers Pt. 731, der als eigentlicher Alchenberg gelten könnte. Der Hof hatte im Alten Bern eine eigene Zehndmarch und musste Bodenzins und Ertragszins (Zehnten) entrichten. Zu Beginn der Aufzeichnungen in den Kirchenrodel 1553 und bis 1714 tauften fast ausschliesslich Fuhrer von Alchenberg aus. Baugeschichtlich gibt es einige Besonderheiten: Der Wohnteil des Bauernhauses Nr. 234 ist mit 1553 datiert und somit noch älter als d...

08 Alchenberg

Alchenberg liegt etwas versteckt unterhalb des chnubelförmigen Hölzlers Pt. 731, der als eigentlicher Alchenberg gelten könnte. Der Hof hatte im Alten Bern eine eigene Zehndmarch und musste Bodenzins und Ertragszins (Zehnten) entrichten. Zu Beginn der Aufzeichnungen in den Kirchenrodel 1553 und bis 1714 tauften fast ausschliesslich Fuhrer von Alchenberg aus. Baugeschichtlich gibt es einige Besonderheiten: Der Wohnteil des Bauernhauses Nr. 234 ist mit 1553 datiert und somit noch älter als d...
Ruine Grimmenstein von Südosten
Die Burg Grimmenstein bestand seit ca. 1250, und die Herren von Grimmenstein und deren Nachfolger verkörperten als Kyburger-Dienstadel das Zentrum der Herrschaft Wynigen. Während des Burgdorferkriegs 1383 wurde die Burg von den Bernern belagert und zur Übergabe gezwungen. Die Burgherren blieben aber Lehensherr von Grimmenstein. 1497 kaufte Bern die Herrschaft Wynigen (Grimmenstein). Als Versorger der Burg diente der Grimmenstein-Hof südlich gegen den Kappelengraben, heute Bühl genannt. ...

09 Grimmenstein, Bühl

Die Burg Grimmenstein bestand seit ca. 1250, und die Herren von Grimmenstein und deren Nachfolger verkörperten als Kyburger-Dienstadel das Zentrum der Herrschaft Wynigen. Während des Burgdorferkriegs 1383 wurde die Burg von den Bernern belagert und zur Übergabe gezwungen. Die Burgherren blieben aber Lehensherr von Grimmenstein. 1497 kaufte Bern die Herrschaft Wynigen (Grimmenstein). Als Versorger der Burg diente der Grimmenstein-Hof südlich gegen den Kappelengraben, heute Bühl genannt. ...
Unterhüseren Foto Fritz Schürch
Hüserens Häuser finden sich gestreut vom Oberbühlchnubel – 1664 Kräyenberg genannt – bis zum Mutzgraben, wobei der Riedtenbach das Gebiet von Rüedisbach abgrenzt. Zu Oberhüseren zählen wir den Hüseren-Hof Jost, den Deuchel und die Schattsyte. Es folgt Unterhüseren mit Zufahrt zum Märgeli, und oberhalb des Mutzgrabens befindet sich Hüserenäbnit. Im Jahr 1677 zählte Pfarrer Seidenstricker zum Hüserenhof 13 Haushaltungen, mehr als in allen anderen aufgezählten «Höff uff den Bergen». Seit ca. ...

10 Hüseren, Häusern

Hüserens Häuser finden sich gestreut vom Oberbühlchnubel – 1664 Kräyenberg genannt – bis zum Mutzgraben, wobei der Riedtenbach das Gebiet von Rüedisbach abgrenzt. Zu Oberhüseren zählen wir den Hüseren-Hof Jost, den Deuchel und die Schattsyte. Es folgt Unterhüseren mit Zufahrt zum Märgeli, und oberhalb des Mutzgrabens befindet sich Hüserenäbnit. Im Jahr 1677 zählte Pfarrer Seidenstricker zum Hüserenhof 13 Haushaltungen, mehr als in allen anderen aufgezählten «Höff uff den Bergen». Seit ca. ...
Ferrenberg Foto Hans Schuler 2025
Ferrenberg liegt zwischen den von alters her bekannten Höfen Hüseren und Friesenberg auf der Wasserscheide zwischen Mutzbach und Kappelenbach. Der Weiler wurde früher auch Grossferrenberg genannt. Gemäss Zehndmarch von 1664 hatte Ferrenberg im Alten Bern die Lehenshöfe Wälchli im Weiler und Friedli in der Dreyen (Kobeisse). Im 19. Jahrhundert teilte sich der Wälchli-Hof in drei Heimwesen mit neuen Besitzern auf. Schon 1608 ist für den Wälchli-Hof ein beschränktes Schmittenrecht belegt. 183...

11 Ferrenberg

Ferrenberg liegt zwischen den von alters her bekannten Höfen Hüseren und Friesenberg auf der Wasserscheide zwischen Mutzbach und Kappelenbach. Der Weiler wurde früher auch Grossferrenberg genannt. Gemäss Zehndmarch von 1664 hatte Ferrenberg im Alten Bern die Lehenshöfe Wälchli im Weiler und Friedli in der Dreyen (Kobeisse). Im 19. Jahrhundert teilte sich der Wälchli-Hof in drei Heimwesen mit neuen Besitzern auf. Schon 1608 ist für den Wälchli-Hof ein beschränktes Schmittenrecht belegt. 183...
Friesenberg Foto Hans Schuler
Die mittelalterliche Stammburg der kyburgischen Dienstleute Fries von Friesenberg stand auf dem markanten Hügel über dem Kappelengraben zwischen Ferrenberg und Oeschenbach und war Sitz einer früh geschrumpften Kleinherrschaft mit Eigenkirche (Cappell) in Kappelen. Die Burg wurde während des Burgdorferkrieges 1383 unter dem aufstrebenden Stadt-Staat Bern zerstört. Zu den vier Heimwesen in Friesenberg gehören in näherer Umgebung das Lätthus, in westlicher Richtung auf der Egg der Hof Christen, ...

12 Friesenberg

Die mittelalterliche Stammburg der kyburgischen Dienstleute Fries von Friesenberg stand auf dem markanten Hügel über dem Kappelengraben zwischen Ferrenberg und Oeschenbach und war Sitz einer früh geschrumpften Kleinherrschaft mit Eigenkirche (Cappell) in Kappelen. Die Burg wurde während des Burgdorferkrieges 1383 unter dem aufstrebenden Stadt-Staat Bern zerstört. Zu den vier Heimwesen in Friesenberg gehören in näherer Umgebung das Lätthus, in westlicher Richtung auf der Egg der Hof Christen, ...